Der Begriff Popcorn-Lunge mag ungewöhnlich oder sogar anekdotisch wirken. Dennoch handelt es sich um eine schwerwiegende Lungenerkrankung, die wissenschaftlich als obliterierende Bronchiolitis bezeichnet wird. Die Popcorn-Lungenkrankheit wurde Anfang der 2000er-Jahre bekannt, nachdem mehrere Fälle bei Arbeitern festgestellt wurden, die in Fabriken zur Herstellung von Mikrowellen-Popcorn in den Vereinigten Staaten beschäftigt waren. Das Einatmen eines künstlichen Aromas, des Diacetyls, das zur Erzeugung eines Buttergeschmacks in Produkten verwendet wird, erwies sich als Ursache dieser irreversiblen Atemwegserkrankung.
Heute taucht das Thema erneut in den gesundheitspolitischen Debatten auf – insbesondere im Zusammenhang mit der Nutzung von E-Zigaretten und dem Einatmen bestimmter Aromen, die in Liquids enthalten sind. Selten, aber ernsthaft, wirft die Popcorn-Krankheit zahlreiche Fragen zu den Gefahren auf, die mit Substanzen verbunden sind, die wir täglich – freiwillig oder unfreiwillig – inhalieren.